Objektdaten
Bezeichnung
Polyphon Nr. 104 mit vierzehn Notenscheiben
Hersteller
Polyphon Musikwerke AG
Datierung
Hergestellt verm. zwischen 21. September 1896 und 28. Februar 1898
Material
Material Holz (Vollholz furniert), Metall (Gusseisen, Stahl, Kupferlegierungen), Glas, Textil, Elastomer, Rubin
Maße
Schrank: HxBxT ca. 81 x 71 x 83 cm
Notenscheiben: ⌀ 50 cm (19 5⁄8 Zoll)
Rubin: 0,12g, ⌀ 0,51cm, H 2,7mm
Besitz von
privat
Standort
Kufstein
Bearbeitung
2018
Zustand
Starke Verunreinigungen durch herabgetropfte und fest haftende, verharzte Schmierstoffe und verdichtete Staubablagerungen | Bildung von Metallseifen, Kupfer-, Blei- und Eisenkorrosion an Holzkasten, Instrument und Federspielwerk | Ansichtsseiten der Notenscheiben aufgrund des degradierten Schutzlackes mit Flächen- und Filigrankorrosion | Deformierungen an den Dämpfern der Tonkämme, einzelnen Bestandteilen des Spielwerkes, den Notenscheiben und deren Nocken | Fehlstellen vor allem an den Notenscheiben im Randbereich durch fortgeschrittene Korrosion und auf den Rückseiten durch Deformierung der Nocken
Maßnahmen
Demontage und Reinigung aller Bestandteile soweit möglich | Abnahme der beschädigten Lackschutzschicht von den Notenscheiben im Weichpartikel-Strahlverfahren (Cellulosefasern) | Reduktion der Korrosionsprodukte | Rückformung der Nocken soweit möglich | Beschriftung der Notenscheiben mit vorgegebenen Inventarnummern | Konservierung der metallischen Bestandteile wo möglich mit organischer Beschichtung | Schmierung von Lager und Achse mit hochviskosem Gleitmittel | Schmierung der Endlosschnecke des Windflügels mit niedrigviskosem Gleitmittel | Verbesserung der Lagerbedingungen der Notenscheiben durch Isolierung des unteren, sekundären Kastens mit Edelstahl (Spenglerarbeit) | Stabilisierung der relativen Luftfeuchte für die Notenscheiben mit Silikagel | Anfertigung von Kratzschutz-Einlagen zwischen den Notenscheiben aus inertem Material
Ankündigung der Neuheit Polyphon No. 104 in: Das Mechanische Musikinstrument Heft 70, S. 23
Polyphon nach der Restaurierung, ohne Notenscheiben.
Skizze zu den Bestandteilen des Polyphons.
Mit verharzten Schmierstoffen und Staub verunreinigte obere Zahnräder der Achse am Federspielwerk.
Gereinigte Zahnräder im Bereich des Windflügels des Federspielwerkes.
Mit verharzten Schmierstoffen und Staub verunreinigte untere Zahnräder der Achse am Federspielwerk.
Untere Zahnräder der Achse am Federspielwerk nach der Reinigung.
Windflügel im demontierten Zustand vor der Reinigung.
Demontiertes Lager mit Rubin (oben rechts) nach der Reinigung.
Schneckenrad des Windflügels vor der Reinigung.
Schneckenrad des Windflügels nach der Reinigung.
Demontierte Sternenrädchenleiste mit deformierten Dämpfern die mit Fasern und verharzten Schmierstoffen verunreinigt sind.
Gereinigte Sternenrädchenleiste mit zurück geformten Dämpfern.
Korrodierte Ansichtsseiten von zwei Notenscheiben vor der Bearbeitung.
Detailansicht einer Notenscheibe während der Bearbeitung: in der oberen Bildhälfte ist der Lack schon abgenommen, in der unteren noch nicht.
Detailansicht einer Notenscheibe während der Bearbeitung: im rechten Bereich sind die Korrosionsprodukte reduziert, im linken Bildbereich noch nicht.
Ansichtsseite der Notenscheiben nach der Bearbeitung.
Rückseite einer Notenscheiben mit Verunreinigungen in der linken Hälfte. In der bereits gereinigten rechten Hälfe sind Fehlstellen in der Kupferschicht erkennbar, welche durch die Verunreinigungen verursacht wurden.
Detailansicht der Rückseite einer Notenscheibe: rechte Bildhälfte nach dem Weichpartikel-Strahlen, linke Seite vorher.
Detailansicht von teilweise deformierten Nocken an einer Notenscheibe vor der Bearbeitung.
Detailansicht der gleichen Nocken während der Rückformung.
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