Objekt Restaurierung Konservierung Schwarz

Projektdaten

Bezeichnung

Übersiedlung von Museums-Depots

Umfang

Verschiedene Sammlungen mit Objekten diverser Größe und Materialität.

Museen

Wien Museum (Wien), 2013/14: Münzen und Medaillen, archäologische und kunsthandwerkliche Objekte, Bürgerliches Zeughaus und Teile der Uhrensammlung wurden für die Übersiedlung in das Zentraldepot in Himberg vorbereitet, verpackt und abschließend eingelagert.
Altonaer Museum (Hamburg), Oktober 2014: Übersiedlung von Möbeln, einer Schmiede, einer Weberei und einer Bestattungskutsche.
Tiroler Landesmuseen (Innsbruck), 2015/16: Transportvorbereitung von gefassten Holzskulpturen, Gips- und Glasobjekten, Büsten, Musikinstrumenten und Zeitgenössischer Kunst für die Übersiedlung ins Sammlungs- und Forschungszentrum (SFZ) in Hall. Parallel dazu wurde die Ausstellung 'Raus mit der Kunst' (15. Juli 2016 bis 29. Januar 2017) vom Team 'Sammlungsmanagement' entwickelt, vorbereitet und umgesetzt.

Beschreibung

Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind die Sammlungen von vielen Museen durch Ankäufe und Schenkungen gewachsen, die Depoträume dagegen selten. Dadurch entsteht Platzmangel und mitunter können die idealen Bedingungen für eine konservatorisch vertretbare Einlagerung nicht mehr gewährleistet werden. Manchmal schaffen angemietete Depotflächen Abhilfe, manchmal braucht es einen Neubau. In jedem Fall müssen die Sammlungen für Transporte vorbereitet werden.
Im Vergleich mit einem herkömmlichen Umzug ist eine Depotübersiedlung aber nicht nur logistisch eine Herausforderung. Neben Flächen- und Kostenkalkulation für Bau, Material und Arbeitskräfte sind vor allem auch die konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen vor einem Umzug von Sammlungen genau zu planen. Bei Großprojekten dieser Art sind viele Fragen zu beantworten: Welche Objekte werden noch für Ausstellungen benötigt und können nicht verpackt werden? Welche Objekte müssen aufgrund von Schädlingsbefall mehrere Wochen behandelt werden oder in Quarantäne? Werden die Sammlungen am neuen Standort anders aufgestellt und müssen dementsprechend gepackt werden? Gibt es gesundheitlich bedenkliche Objektmaterialien wie Asbest? Gasen Schadstoffe aufgrund früherer Pestizid-Behandlungen aus? Und können die gepackten Objekte zwischengelagert werden, wenn doch Komplikationen auftreten?

Maßnahmen

Je nach Erhaltungszustand des Objektes, Stärke der Erschütterungen beim Transport und Verpackung können an Objekten irreparablen Schäden durch Transporte entstehen. Im Grunde genommen können die konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen wie folgt zusammen gefasst werden: Transport des Objektes vom Depot zum Arbeitsplatz, Kontrolle der Objektdaten und Korrektur falls notwendig, Zustandserfassung und daraus folgende Maßnahmen wie Trocken- und eventuell Feuchtreinigung, Substanzsicherung und Stabilisierung, Dekontamination bei mikrobiellem Befall und bei Schädlingsbefall Sauerstoffentzug oder Stickstoffbegasung. Immer inklusive der Dokumentation der Maßnahmen. Da ein Transport Erschütterungen verursachen kann, ist eine optimale Verpackung besonders wichtig. So müssen Verpackungslösungen für einzelne empfindlichen Objekte aber auch große Mengen ähnlicher Objekte gefunden werden. Vergleicht man einen goldenen Ring mit einer Kutsche oder ein filigranes Glas mit einem massiven Stein, wird schnell klar wie unterschiedlich der Arbeitsaufwand ausfallen kann. Im neuen Depot steht dann die systematische Einlagerung in Rollanlagen, Weitspannregale und Schubladen entsprechend der Objektbedürfnisse betreffs Polsterung und Klimatisierung an.

Für die Übersiedlung gepackte Münzen und Medaillen. (Wien Museum).

Münzen und Medaillen nach der Übersiedlung und Einlagerung in beschrifteten Laden.

Bestattungskutsche während der Transportvorbereitung.

Bestattungskutsche nach der Reinigung und Materialsicherung mit der ersten Verpackungsschicht aus Nesselstoff.

Bestattungskutsche in der abschließenden, witterungsschützenden Transportverpackung beim Verladen auf den LKW.

Installation/7 aus gläsernen neonbuchstaben von Christoph Hinterhuber gesichert in einem säurefreien Karton mit PE-Schaum-unterlage und Köperbandfixierung, Tiroler Landesmuseen Ferdinandeum.

Detailansicht der Transportsicherung von Installation/7, Tiroler Landesmuseen Ferdinandeum.

Streich-Instrumente der Musiksammlung verpackt und gesichert in einem Aufsatzrahmen, Tiroler Landesmuseen Ferdinandeum.

Fertig gepackte Palette mit Glas-Objekten, Tiroler Landesmuseen Ferdinandeum.

Ausstellungsraum mit unterschiedlichen Transportgebinden in der Ausstellung „Raus mit der Kunst“, Tiroler Landesmuseen Ferdinandeum. (Bild: Wolfgang Lackner).

Rechenmaschinen als Verpackungsbeispiel in der Ausstellung „Raus mit der Kunst“, Tiroler Landesmuseen Ferdinandeum.

Archäologische Objekte als Verpackungsbeispiel in der Ausstellung „Raus mit der Kunst“, Tiroler Landesmuseen Ferdinandeum.


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